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Fachtagung für Photovoltaik und Stromspeicherung 2022

Bei der heurigen Fachtagung stand die Photovoltaik als Schlüsseltechnologie für ein energieunabhängiges Europa im Fokus

 

Am 5. und 6. Oktober fand in Wien die jährliche Fachtagung für Photovoltaik (PV) und Stromspeicherung in Kooperation zwischen dem Bundesverband Photovoltaic Austria (PV Austria) und der Technologieplattform Photovoltaik (TPPV) statt. Die Veranstalter freuten sich, dass die Branche dieses Jahr wieder verstärkt auf eine physische Teilnahme setzte und so der persönliche Austausch wieder stattfinden konnte. Knapp 300 Teilnehmer*innen pro Tag aus allen PV-Sparten besuchten die Veranstaltung vor Ort, weitere 100 Teilnehmer waren online dabei: Handwerker, Planer, Industrievertreter, Entscheidungsträger und Forscher. 25 Aussteller sowie über 30 nationale und internationale Vortragende vervollständigten das hochkarätige Programm.

PV als Schlüsseltechnologien für ein energieunabhängiges Europa

Mit dem Slogan „Photovoltaik als Schlüsseltechnologie für ein energieunabhängiges Europa“ machte die Tagung die Energiekrise zu ihrem Leitthema, das sich über das zweitägige Tagungsprogramm spannte. In den unterschiedlichen Tagungsblöcken wurden besonders am ersten Tag das Comeback der europäischen PV-Industrie thematisiert. Walburga Hemetsberger, Geschäftsführerin von SolarPower Europe, dem europäischen PV-Verband, berichtete über die Solarstrategie der Europäischen Kommission mit der Schaffung einer Industrie-Allianz, Ausweisung von Go-To-Areas für PV-Anlagen oder der Beschleunigung der Genehmigungsverfahren. Innovation und Forschung in und aus Österreich wurde auch großgeschrieben – so berichtete Eva-Maria Titz vom Bundesministerium für Klimaschutz, wie heimische Innovation und Forschung zur Stärkung europäischer Wertschöpfungsketten beitragen können. Hubert Fechner, Obmann der TPPV, fügte hinzu: „Europa muss seine Abhängigkeit vom Ausland nicht nur bei den fossilen Energieträgern reduzieren, sondern auch in der Photovoltaik. Produktionskapazitäten – und damit Wertschöpfung – sind zurückzuholen, um die Chancen und Potentiale vollständig nutzen zu können”.

Der Themenblock „Neue Technologien, Konzepte und Bauweisen“ widmete sich neuartigen PV-Anwendungen. Die Vorträge waren vielfältig: Mattias Lindh vom RISE Schweden, ermöglichte Einblicke in die Herausforderungen von PV im schneereichen Skandinavien, Konzepte der Freiflächennutzung der Zukunft wurden einerseits vom Fraunhofer ISE aber auch im Rahmen eines Parallel-Workshops tiefergehender analysiert. Zudem wurden Praxisprojekte von PV in bereits gebauter Infrastruktur vorgestellt, unter anderem die aktuellen Aktivitäten von ÖBB und ASFINAG, PV verstärkt in den österreichischen Mobilitätssektor zu integrieren. In einer Break-Out-Session, geleitet durch die Stadt Wien, wurde das Thema von PV-Wirtschaft und Arbeitsmarkt in kleinem Rahmen diskutiert.

Am zweiten Tag präsentierte Vera Immitzer, Geschäftsführerin von PV Austria, einen Faktencheck zur PV-Situation in den Bundesländern. Die zuvor von den Teilnehmer*innen bewertete Österreichkarte zeigte ein eindeutiges Bild: Österreich hat enormen Nachbesserungsbedarf in Bezug auf beschleunigte Umsetzungsmöglichkeiten. “Wir wollen nur PV-Anlagen bauen und kein achtes Weltwunder erschaffen. Angesichts der Umwelt- und Klimakrise sind die gesetzlichen Vorgaben ungeheuerlich. Der Erfolg des PV-Ausbaus liegt in der Hand der Bundesländer”, schlussfolgert Immitzer. Im abschließenden Themenblock „Das Stromnetz am Weg in die Zukunft“ wurde den Teilnehmer*innen u. a. von Katharina Šarić-Gruber (BMK) und Michael Berger (E-Control) Einblicke in die aktuellen Themenbereiche ElWOG NEU und der Lage zur Entwicklung der Netze ermöglicht. Peter Cuony, Groupe E SA, ein Schweizer Verteilnetzbetreiber, berichtete, wie man 2.000 MWp in ein Verteilnetz bringt, das für 500 MW gebaut ist. Die Diskussionen nach den Vorträgen über beide Tage hinweg zeigten das große Interesse an den brandaktuellen Themen. Ein Highlight am zweiten Tag war die Verleihung des beliebten Poster- und Video-Awards – zuvor eingereichte Forschungsergebnisse wurden sowohl von Fachjury als auch vom Publikum bewertet.

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