Trinkwasseranlagen: Sicherer Betrieb und erfolgreiche Instandsetzung - IKZ 05/2008
Zahlreiche Anlagen der Trinkwasserinstallation weisen Mängel auf. Als Ursachen dafür kommen im Wesentlichen eine nicht regelwerkskonforme Planung bzw. nicht fachgerechte Installation sowie eine falsche Betriebsweise in Betracht. Die Mängel äußern sich häufig durch Störungen der Transportfunktion oder durch Beeinträchtigung der Trinkwasserqualität.
Autor: Dr. Johann Wilhelm Erning
Unter bestimmten Umständen kann mittels geeigneter Verfahren, ohne eine komplette Neuinstallation durchführen zu müssen, ein bestimmungsgemäßer Betrieb wieder erreicht werden. Jedoch ist zur Wiederherstellung der vollständigen Betriebsfähigkeit in jedem Fall eine Instandsetzung erforderlich.
Der vorliegende Beitrag der zweiteiligen Artikelserie zeigt Planungskriterien und Aspekte für einen störungsfreien Betrieb sowie Ursachen für Mängel in Trinkwasseranlagen auf, während Teil 2 Sanierungsmaßnahmen bei Korrosion und Maßnahmen zur Desinfektion eines Trinkwasserleitungssystems beschreibt.
Die Lebensdauer der Trinkwasserinstallation in Gebäuden ist begrenzt durch viele Faktoren. Vielfach kommt es zu Störungen des bestimmungsgemäßen Betriebs, bevor die Anlage das Ende der geplanten Nutzungsdauer erreicht. In solchen Fällen kann mitunter durch geeignete Verfahren eine Weiternutzung der Anlage erreicht werden. ![]()
Weitaus wichtiger als nachträgliche Instandsetzung ist aber die Vermeidung derartiger Probleme im Betrieb durch eine korrekte Planung. Die Grundlagen für einen störungsarmen Betrieb werden bereits in der Planungsphase gelegt. Versäumnisse, Fehler und Irrtümer, die zu diesem Zeitpunkt auftreten, lassen sich später nur mit großem Aufwand und auch oft nicht mehr zufriedenstellend beseitigen. Im ungünstigsten Fall muss eine fehlerhaft geplante Installation durch eine korrekt ausgelegte ersetzt werden.
Die zweite Quelle für Probleme in der späteren Nutzung stellt die Qualität der Ausführung dar. Wenn hier Vorgaben der Komponentenhersteller und Montageanweisungen nicht beachtet werden, kann dies später weitreichende Folgen für die Dauerhaftigkeit des Gewerks haben. Unachtsamkeiten bei der Ausführung oder Abweichungen von der korrekten Planung führen, mitunter erst nach einigen Jahren des Betriebs, zu Störungen oder gar zu einer Beeinträchtigung der Wasserqualität.
Planung
Vor dem Beginn der europäischen Harmonisierung war das von Planern und Installateuren zu beachtende Regelwerk relativ klar gegliedert und logisch strukturiert. Wenn man daneben noch die Vorgaben der Hersteller von Komponenten und Rohrwerkstoffen berücksichtigte, hatte man hier schon die maßgeblichen Vorschriften beachtet.
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